Bildung ist nicht das Befüllen von Fässern, sondern das Entzünden von Flammen. Dieses Wort eines altgriechischen Denkers trifft auch auf die Ausbildung im Kloster zu, die weniger das (verschieden ausgeprägte) intellektuelle Aufnahmevermögen verlangt, als vielmehr das hörende Herz.

Das Herz soll entflammt werden, entzündet von der göttlichen Liebe. Das geschieht natürlich durch Glaubensunterweisung, aber ebenso wichtig durch das aufmerksame Kennenlernen von Regel und Gebräuchen unserer Gemeinschaft. Als Kandidatin, Novizin und zeitliche Professschwester wächst man langsam ins Ordensleben hinein.

Der lange Weg der Ausbildung im Kloster wird organisch beschritten durch Unterricht, Anpassung an den Lebensrhythmus, Bejahung des gemeinschaftlichen Lebens und seiner mütterlich-autoritativen Führung durch Oberin und Novizenmeisterin. Von Beginn an gilt es, das ordensgemässe Verständnis von Armut, Keuschheit und Gehorsam in sich auszuprägen.
 
 

Ein Grosser willst du sein? Fange beim kleinsten an. Du denkst daran, ein hohes Bauwerk zu errichten? Denke zuerst an das Fundament der Demut. Und wie viel ein jeder an Höhe des Werkes aufbauen will und sich vornimmt, wie gross der Bau werden soll, so tief soll er das Fundament legen.

(hl. Augustinus)

 
"Das erste Ziel der Ausbildung ist es, den Kandidaten für das Ordensleben zu ermöglichen, sich zunächst der Identität des Ordenslebens bewusst zu werden, sie sich dann anzueignen und sie zu vertiefen"   (Richtlinien für die Ausbildung in Ordensinstituten 6). Die Identität des Ordenslebens ist immer allgemein und spezifisch zu verstehen. Bin ich zur Nachfolge Jesu berufen? - Und bin ich es an diesem konkreten Ort mit dieser konkreten Spiritualität und Lebensweise?

Die Ausbildung hat diese entscheidenden Fragen immer im Blick. Sie stellen sich sowohl theoretisch als auch praktisch in der Lebensordnung. Im Rhythmus von Unterricht, Gebet, Arbeit und gemeinschaftlichem Austausch wird das Herz der jungen Schwester gelehrt, entflammt und die Berufung zur Schwester vom Kostbaren Blut gefestigt - oder sie gelangt zur Erkenntnis, dass dieser Weg doch nicht ihre Berufung ist.
 
 

Der Bewusstwerdung dieser Identität des Ordenslebens dienen der tägliche Unterricht und die stillen Zeiten eigenen Lesens im Noviziat. Dieser theoretische Teil der Ausbildung beinhaltet eine am Kirchenjahr orientierte Wiederholung bzw. Vertiefung des Glaubenssbekenntnisses, unsere Spiritualität vom Kostbaren Blut, das Wesen des Gebets und von Heiligkeit, die Einführung in die Regel und Gebräuche und besonders in die Anbetungsstunde.

"So wie während des gesamten Ordenslebens muss sich der Ordensmann und die Ordensfrau darum bemühen, die Bedeutung des Gemeinschaftslebens gemäss der Berufung ihres Instituts in der Praxis besser zu verstehen, den Realismus dieses Lebens und die Bedingungen für den Fortschritt darin anzunehmen, die anderen in ihrem Anderssein zu respektieren und sich inmitten der besagten Gemeinschaft verantwortlich zu fühlen." (Richtlinien für die Ausbildung in Ordensinstituten 60)

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