Berufung ist wie ein Heiratsantrag Gottes an die Seele.Gott wirbt um die Seele und bangt um das erhoffte Ja. Wird die Seele Ja sagen? Das kann sie nur, wenn sie den Ruf Gottes überhaupt hört und wenn ihr auch geholfen wird, den Ruf zu verstehen und ihm zu folgen.

Wer sich als Kandidatin für das Ordensleben vorstellt, kommt in dem Glauben, den Ruf Gottes vernommen zu haben. Die Zeit der Kandidatur, gewöhnlich etwa ein Jahr, soll der Kandidatin helfen, den Ruf Gottes besser zu verstehen. Was Ordensleben bedeutet kann man nämlich nicht genau ermessen, bevor man es nicht in einer Gemeinschaft kennen lernt. Die Oberin entscheidet, ob man zur Kandidatur zugelassen wird. Während dieses ersten Jahres kann sowohl das Kloster als auch die Kandidatin jederzeit die Kandidatur abbrechen.

Eine Berufung erfordert neben dem von der Kirche beurteilten Ruf Gottes auch die Eignung. Diese gilt es zu prüfen. Es ist keine Schande, eventuell doch keine Berufung zum Klosterleben zu haben oder speziell nicht für unsere Gemeinschaft. Mit der Kandidatur beginnt schon der mitunter schmerzliche Weg der Selbsterkenntnis. Zur Frage der Eignung zählen innere Aspekte des Charakters und der Prägung sowie äussere: ob nämlich die Anpassung an ein streng geregeltes Leben gelingt,  die körperliche Gesundheit und hinreichende seelische Stabilität.

   
"Wenn jemand mir nachfolgen will, so  verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und so folge er mir."     (Lk 9,23)
 
 
Bewährt sich die Berufung in der Kandidatur, wird die Kandidatin zum Noviziat zugelassen und eingekleidet. Sie erhält den weissen Schleier der Novizinnen. In den folgenden zwei Jahren der Ausbildung lernt die Novizin mit Hilfe der Novizenmeisterin, dem Ruf Gottes in unserer Gemeinschaft und mit unserem Charisma konkret zu folgen. Dazu gehören unser Gebetsleben und die in jeder klösterlichen Gemeinschaft anfallenden Hausarbeiten.

Anfängliche Schwierigkeiten können erfahrungsgemäss die klare Regelung von Tätigkeiten und Erholung (Tagesplan), das Leben in Gemeinschaft sowie das rechte Verständnis des Gehorsams bereiten. Die Evangelischen Räte dienen der Hingabe des Herzens und dürfen nicht als Einengung der Persönlichkeit missverstanden werden. Eine besondere Herausforderung ist der Rat des Gehorsams deswegen, weil sich in ihm die Vollkommenheit unserer Herzenshingabe an unseren Herrn beweist. Er entspricht unserer Liebe.

Wenn die Novizin in den Räten, der Regel und den Gebräuchen unserer Gemeinschaft ihren von Gott geführten Weg der Nachfolge Christi erkennt und bejaht, kann sie die zeitliche Profess für drei Jahre ablegen. Für diese Zeit verpflichtet sich sowohl die Schwester als auch das Kloster. Diese Zeit wird Juniorat genannt und stellt eine weitere Etappe der Ausbildung dar. Nach einer Verlängerung der zeitlichen Profess um zwei Jahre kann (frühestens) nach acht Jahren die ewige Profess abgelegt werden.
  
"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht."     (Joh 12,24)
 
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